Schwarzmarkt als größte Herausforderung für E-Zigaretten in Deutschland – 40 Prozent der Produkte illegal

2026-04-28

Die deutsche E-Zigaretten-Branche steht vor einem schwierigen Problem: Der Schwarzmarkt hat bereits einen Anteil von rund 40 Prozent am Gesamtmarkt erreicht. Das geht aus einer gemeinsamen Studie des Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) und der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) hervor. Danach handelt es sich bei derzeit etwa 40 Prozent der in Deutschland angebotenen E-Zigaretten um illegale Produkte – in der Regel nicht versteuert, mit überhöhtem Nikotingehalt und in Aufmachung und Verpackung nicht konform mit dem Tabakerzeugnisgesetz.

Noch besorgniserregender: Sollte die Bundesregierung ihre Pläne für ein Verbot von Menthol und kühlenden Bestandteilen in E-Liquids weiter vorantreiben, könnte der Schwarzmarktanteil auf bis zu 80 Prozent ansteigen. Der BVTE-Geschäftsführer weist darauf hin, dass vier von fünf Liquids Menthol zur geschmacklichen Abrundung enthalten. Sobald ein solches Verbot in Kraft tritt, würden zahlreiche verkehrsfähige Produkte vom Markt verschwinden und die Nachfrage in illegale Kanäle abfließen.
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Der illegale Handel verlagert sich zunehmend auf Online- und Versandwege. Schon 2030 dürfte das jährliche Paketaufkommen in Deutschland die Marke von fünf Milliarden Sendungen überschreiten. Auch wenn die Behörden die Kontrolldichte erhöhen, kann tatsächlich nur ein winziger Bruchteil davon überprüft werden. Allein in einem Fall des Zollfahndungsamts München beliefen sich die Kosten für Lagerung und Vernichtung beschlagnahmter E-Zigaretten auf rund 750.000 Euro. Auf dem illegalen Markt gibt es weder Alterskontrollen noch verbindliche Produktstandards oder eine transparente Deklaration der Inhaltsstoffe – Verbraucher werden in Vertriebsstrukturen gedrängt, in denen die staatlichen Schutzmechanismen nicht greifen.

Der deutsche E-Zigaretten-Handelsverband betonte im Gespräch, der Schwarzmarkt sei eng mit der organisierten Kriminalität verflochten: „Wer früher Drogen geschmuggelt hat, schmuggelt heute E-Zigaretten.“ Das setze die Preise und Vertriebswege legaler Unternehmen massiv unter Druck. BVTE und BDZ appellieren übereinstimmend, der Staat solle den Fokus auf eine wirksamere Durchsetzung der bestehenden E-Zigaretten-Verbote legen, anstatt immer neue Verbote zu erlassen – nur so lasse sich die Regulierung auch tatsächlich durchsetzen.
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